Dienstag, 25. Juli 2017

Modernes (Projekt-)Management: agile Methoden und traditionelle Probleme.

Um es vorwegzunehmen, ich denke die Probleme in agilen Teams & Organisationen sind oft die gleichen wie in den klassischen Managementsystemen - und in beiden gleichermaßen einfach auszuräumen.

Der Vorteil agiler Systeme ist m.E. ihre Orientierung am Gesamtergebnis. Damit verbunden ist eine "Relativierung", eine bewußte Einordnung der einzelnen Prozesse in ein Projekt, eine Organisation und ihre Ziele. Während die "frühe Digitalisierung" (< "1.0") dazu führte, dass sich die Prozesse verselbständigten, erhalten diese durch ihre Vernetzung in der Struktur des Systems heute wieder Orientierung. Gleichzeitig kann das System durch die Vernetzung Störungen bereits bei ihrer Entstehung erkennen und mit seiner Struktur flexibel reagieren. Diese Fähigkeit zur Selbstorganisation ist letztlich eines, wenn nicht das Merkmal agiler Methoden und Techniken.

Gleichzeitig ist die Selbstorganisation und ihr Bedarf an einem kontinuierlichen Feedback - um sich mit den anderen Stakeholdern, Teilen eines Systems zu organisieren - wohl auch das Hauptproblem agiler Teams und Organisationen. Diese Selbstorganisation kann dabei sowohl durch die direkte und gezielte Kommunikation der beteiligten Stakeholder erfolgen, als auch durch den Einsatz neuer Managementmodelle und Prozesse oder durch eine Kombination der "Kanäle". Wahrscheinlich lassen sich deshalb mit traditionellen Managementsystemen und Techniken oft die gleichen Ergebnisse, wie mit agile Methoden erreichen. Und wahrscheinlich scheitern agile Strukturen und Projekte deshalb an den gleichen Defiziten wie die traditionell arbeitende Teams, an dem Widerspruch zwischen (Management-) Modell und Realität, Prozessmodell und dem tatsächlichen Handeln der Stakeholder .

Was brauchen Mitarbeiter und Führungskräfte agiler Teams nach eigener Aussage um eigenverantwortlich und selbstorganisiert arbeiten zu können? Eine statistische Auswertung meiner Interventionen bei Projektblockaden und Teamstörungen ergab, dass mehr als 95% der beteiligten Mitarbeiter und Führungskräfte „klare Ansagen“, „klare Grenzen“ oder „Rahmen“ für ihr Handeln brauchen um eigenverantwortlich und selbstorganisiert arbeiten zu können. Gleichzeitig fordern die Mitarbeiter in traditionell organisierten Projekten und Teams, wenn Sie selbständiger und eigenverantwortlicher arbeiten sollen, dass das Management „… endlich seine Autorität nutzt und führt!“ 

Führung braucht im Unterschied zum Management nicht zwingend ein institutionalisiertes Feedback. Effiziente Führung baut auf dem unmittelbarerem Feedback, auf der direkten Wahrnehmung auf. Die Herausforderung für agile Teams besteht m.E. in der Kommunikation, in der Fähigkeit, das unmittelbar wahrgenommene Handeln zu hinterfragen um drohende Abweichung (Spannungen, Störungen) in der eigenen Motivation und der Motivation der Anderen zu erkennen, zu verhandeln und aufzulösen. Wenn ich das Feedback als Methode und die Kommunikation als Technik richtig einsetze, lassen sich Projekte und Teams unabhängig vom Managementsystem, agil und klassisch, fast durchgängig widerstands- und blockadefrei führen. Die Ergebnisse jedenfalls sind sehr erfolgsversprechend.

Wie Sie das erreichen, wie so ein Feedbackprozess aussieht und zusammen mit agilen und klassischen (Projekt-) Managementsystemen wirkt, erfahren Sie auf unseren  Informationsveranstaltungen zum Erwartungsmanagement®. Auf Anfrage schicken wir Ihnen gern zusätzliche Informationen zu. 

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